Von der Krise durch die Krise in die Krise

Vor der Krise, letztes Jahr um diese Zeit, war ich, ohne es wirklich zu merken, sehr krank. Ich war an Hodenkrebs erkrankt. Öfters war ich mal krank, hatte u.a. die Grippe, dachte mir lediglich, dass ich sie nicht richtig auskuriert hätte….

Dann, am 31. Mai 2019 auf der Arbeit, bekam ich in der linken Brust heftiges Stechen, so dass ich einfach nicht mehr konnte. Diese Situation wollte man einfach nicht einsehen. Ein Arbeitskollege ging dann zu unserem Vorgesetzten, weil er sich nicht mehr mein Leid mit ansehen konnte. Daraufhin wurde ich in ein Krankenhaus gefahren. Dort wurde ich erstmal abgelehnt, bzw. sollte ich in Vorkasse treten, weil ich keine Versichertenkarte dabei hatte.

Zu dem Zeitpunkt war ich sehr wütend über diese Aussage. Nachdem ich ein anderes Krankenhaus aufsuchte und ein Röntgenbild gemacht wurde, wurde mir mitgeteilt, dass sich ein großer Schatten auf meiner Lunge befinden würde. Es brach eine Welt für mich zusammen. Sollte ich jetzt schon die Welt bald verlassen und warum bloß? Ich musste sämtliche Tests über mich ergehen lassen, wartete 19 Tage auf genaue Ergebnisse. Es war die Hölle, die schlimmste Zeit meines Lebens.

In dieser Zeit dachte ich an folgende Dinge: so lange die nix unten in beiden Hoden finden, ist alles cool… Dann kam die Nachricht: „Wir haben am linken Hoden etwas gefunden. Sie sollten zum Urologen gehen.“ Dann bestätige sich der Verdacht. Der linke Hoden müsse raus. Dies passierte ziemlich schnell. So wurde ich zum Ein-Hoden-Bro .

Der Krebs hatte schon sehr krass gestreut, zwar nur auf die Lunge, aber es stand mir dann eine krasse harte Chemotherapie bevor… 4 ganze Zyklen (also 69 Infusionen).

Mit dem Blicke nach vorne, dass ich die nächste Zeit Siegen so gut wie nicht verlassen würde, brach ich in den Süden auf, um dort in ein paar Tagen Kraft zu tanken – bei dem Menschen, der mir sehr viel bedeut hat.

Zurück in Siegen angekommen, begann der Kampf gegen den Krebs. Es war schon klar, dass es nur einen Gewinner in der Sache geben könnte und das war ich. Zyklus für Zyklus wurde der Tumor kleiner & die Metastasen ebenso. Der Krebs wurde schwächer, ich verlor meine Haare, wurde dünner & dünner, aber für den Sieg über den Krebs nahm ich dies gerne in Kauf.

Am Ende der Chemotherapie stand noch jetzt der Entscheid, ob ich noch eine Operation brauche oder nicht. Mittlerweile hatten wir schon November. Nun musste ich mich noch einer schweren Lungenoperation ergeben. Links und rechts an den Lungenflügeln musste der letzte Dreck entfernt werden. Auch diese Operation rockte ich erfolgreich.

Dann 2020: Corona im Vormarsch. 

Im März diesen Jahres hatte ich dann Reha. Diese lief gut, ich freute mich, mein Leben wieder zurück zu haben,  aber ich wurde enttäuscht.