Du bist doch … oder?!

Seit ein paar Jahren macht es vielen Menschen viel Spaß mich in zahlreichen Schubladen zu stecken und zu „belabeln“.

Kurzer Exkurs, damit du verstehst, wie es dazu kam.
Seit der zweiten Klasse bin ich nur mit Frauen befreundet. Damals noch Mädchen, heute sind es junge bis erwachsene Frauen. Deswegen wurde ich von der zweiten bis zur achten Klasse als Mädchen betitelt. Rückblickend finde ich es nicht mehr schlimm und fühle mich in dieser Rolle auch wohl, weil ich weiß, dass „labeln“ keinen Sinn ergibt, sondern, dass man so leben sollte, wie es einen glücklich macht.
Ab der achten Klasse entwickelten sich meine Mitmenschen auch ein bisschen weiter und schwenkten von der Frage, welches Geschlecht ich doch besitzen würde, zu, welcher Sexualität ich doch angehöre.
Sie bildetet sich schnell eine Meinung, von da an war ich in deren Köpfen schwul. Sie waren dann doch immer noch ein bisschen verunsichert und fragten immer Mal wieder nach, ob ich doch wirklich schwul sei. Ich beantwortete diese Fragen immer genervt mit „nein“ oder „das sage ich dir nicht“.
Natürlich wurde ich dann als die „Schwuchtel“, die irgendwie auch ein Mädchen ist, abgestempelt. Aus unüberlegten Pöbeleien wurde nun ganz schnell Mobbing.
Ich bildete mir erst ein, es würde mir nicht weh tun und mich nicht interessieren.
Mein Selbstbewusstsein und meine Selbstwahrnemung wurde dadurch sehr gestört.
Was heute zum Glück nicht mehr der Fall ist.

In diesem Text wird es keine Antwort darauf geben, welchem Geschlecht und welcher Sexualiät ich mich zugehörig fühle, weil es einfach persönliche Themen sind, die nicht durch die Öffentlichkeit getragen werden müssen. Ein Outing zu seinem Selbst ist meiner Meinung nach nicht wichtig. Es müssen ja nicht immer alle alles wissen.

Ich habe lange über dieses „In – Schubladen – Stecken“ nachgedacht und sogar einen Artikel drüber geschrieben.
Wir Menschen haben den Drang danach uns Dinge zu erklären und einordnen zu können. Wenn etwas nicht in unser Schema passt, reagieren wir skeptisch und stecken in Schubladen. Die oft negativ behaftet sind. Das ist normal, doch was, wäre wenn wir nicht alles analysieren müssten, wir uns uns sein lassen, normal dann ein Begriff für Individualität wird.

Aus diesen ganzen Erfahrungen habe ich zwei Dinge gelernt.
Erstens, dass es ist egal, wen man liebt. Hauptsache man ist glücklich. Love is Love egal, welches Geschlecht. Meiner Meinung nach sollten wir uns nicht begrenzen. Wenn mir jemand sagt, „ich bin Heterosexuell“ ist direkt klar, dass die Person nur auf das andere Geschlecht steht.

Wie wäre es, wenn wir uns nicht begrenzen, sondern Liebe Liebe sein lassen? Wir uns alles offen halten und warten, wer auf uns zu kommt. Wir es nicht übel nehmen, wenn uns eine gleichgeschlechtige Person fragt, ob wir mit ihr gehen wollen.
Wenn jeder die Chance hat, mit jedem zu gehen, haben wir einen Status von höchster Freiheit erreicht. Lasst uns ein bisschen mehr Freiheit leben und gelassen mit dem Leben umgehen.
Wir müssen uns nicht durch Begriffe wie homosexuell, Mann, Frau oder etwas darüber hinaus, definieren.
Wir können wir sein. Egal, was andere sagen, man soll so leben, wie es einen glücklich macht.
Das Leben ist viel zu kurz, um es nicht glücklich zu leben.

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Vielen Dank an Hannah. Hannah hat das Bild dieses Beitrages gestaltet.
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