Das erste Mal… Feucht im Club

Das war schon sowieso eine ziemlich heiße Partynacht. Also im ganz wörtlichen Sinne, draußen über 30 Grad, drinnen, unten im Keller im Club mit der Luftfeuchtigkeit mehrerer hundert Tanzender nochmal gefühlt 30 Grad mehr. Meine Leute waren entsprechend schon früh weg. „Viel zu warm“, „Man kann sowieso nicht richtig tanzen“ „Man klebt direkt an fremden Leuten“. Aber irgendwie war mir genau danach. An fremden Leuten kleben.

Offiziell war das eine Party für Schwule, Lesben und Freunde. Aber natürlich waren es etwa 90% schwule Männer und ein paar Lesben, viele davon die üblichen Verdächtigen. Es war so voll, man kam wirklich nirgendwo hin ohne sich an mindestens immer zwei Körpern gleichzeitig zu reiben. Und ich fand das nicht abstoßend, sondern es machte mich irgendwie sogar an. Ich ließ mich treiben, schwamm mit der Menge in Richtung Main Floor und fand mich irgendwann mitten auf der Tanzfläche wieder. Tanzte mit ein paar Jungs, die ich vom Sehen kannte. Mein Shirt war so durchgeschwitzt, dass es auf der Haut klebte, aber egal.

Irgendwann hielt mir jemand einen Drink hin. Ich war völlig verausgabt und hatte total vergessen zwischendurch mal was zu trinken zu holen. Aber ich kannte den Typ nicht. Asiatisches Aussehen, dunkle Haare, nicht größer als ich, vielleicht sogar ein bisschen kleiner. Auf den ersten Blick war er nicht älter als ich, aber auf den zweiten Blick sah ich einige Fältchen, die das Makeup im Gesicht nicht perfekt kaschieren konnte. Er hielt mir den Drink – irgendwas klares mit Eis drin – demonstrativ hin und lächelte.

„Kann ich einfach in einem Club einen Drink von einem völlig fremden annehmen? Scheiß drauf, was kann schon schlimmes passieren? Hier kennen mich fast alle, keiner bekommt mich so einfach hier raus. Außerdem ist der eh schwul, bei dem was der anhat.“ Ich lächelte und nahm ihm den Drink aus der Hand. Zuerst war ich noch skeptisch und nippte nur kurz. Wasser. Bier wär mir lieber gewesen, aber was solls? „Kann ich das komplett haben?“ Er lächelte. Ganz offensichtlich hatte er kein Wort verstanden. Ich zeigte auf den Drink, dann auf mich und blickte so fragend wie ich konnte. Er lächelte und nickte.

Ich merkte jetzt erst wie viel Durst ich hatte. Und ich war etwas zu gierig, es lief einiges über mein Gesicht und mein Shirt. Natürlich war das weiß. Aber weil es eh durchgeschwitzt war, war das jetzt auch schon egal. Ich habe nicht immer was drunter, aber diesmal schon. Also der Moment, der Welt meinen Calvin Klein zu zeigen. Sexy. Na ja. Auch mal ne Art jemanden kennenzulernen. Ich gab dem Typen das leere Glas zurück, grinste ihn an während ich auf das nasse Shirt sah und zog es mir mit beiden Händen von unten über den Kopf. Das habe ich mal geübt, erspart peinliche Momente nach dem Sport. Oder halt im Club wenn man sich was übers Shirt kippt.

Ich band mir das Shirt um, er lächelte sein typisches Lächeln und deutete mit der Hand, in der er noch das leere Glas hielt in eine Ecke des Clubs. Ich sah rüber und dort standen offenbar seine Leute. Auch in schwer zu schätzendem Alter, vielleicht zwischen mir und ihm, alle mit asiatischem Aussehen. Und ein paar von ihnen echt hübsch. Und in wirklich heißen Outfits. Und ich stand da ohne Shirt und durchgeschwitzt.

„Was solls“ dachte ich. War jetzt eh schon egal. Ich hatte das erste Mal von einem völlig Fremden einen Drink angenommen und mich prompt blamiert. Was konnte jetzt noch schiefgehen? Also auf ins nächste Abenteuer!